Eva Dress - Frühjahr / Sommer Kleid - Teil 2

Schritt 2: Stoff und Schnitteile


Die Wahl des Stoffes entscheidet wie das Kleid nachher aussieht und welchen Stil es verkörpern soll - soll es ein leichtes Baumwollkleid oder doch lieber ein schweres Brokatkleid werden? Natürlich spielt hierbei der Schnitt auch eine entscheidende Rolle.

Unser Schnitt hat keinen Reißverschluss oder Knöpfe, das heißt der Stoff muss dehnbar sein, sonst kommen wir nicht rein geschweige denn wieder raus :-) Das Beste ist also ein Jersey Stoff - er ist dehnbar und sehr angenehm zu tragen - da bequem.

Ich habe mich für einen grünen Jersey entschieden - in diesem Fall einfach auf Grund dessen, dass ich den in ausreichender Menge noch zu Hause hatte.


Da nahezu jeder Stoff mehr oder weniger eingeht solltet ihr den Stoff als erstes Waschen - außerdem können in Stoffen Rückstände von Färbemitteln oder ähnlichen Stoffen sein (je nachdem wo die Stoffe produziert werden) die ihr sicherlich nicht an den Händen haben möchtet. Der Hauptgrund ist aber das eingehen - ihr näht ja keine passenden Kleider um sie dann an die erste Wäsche zu verlieren...


Wie viel Stoff benötigt wird ist entscheidend - hier auf keinen Fall sparen. Denn jeder Stoff hat in der Regel eine Stoffrichtung - den Fadenlauf - in der er gewebt wurde und diese ist entscheidend für das spätere Kleidungsstück. Den Fadenlauf erkennt man, indem man die Web- oder Strickrichtung bzw. beim drüberstreichen die Haarrichtung näher betrachtet - von wo nach wo wurde gewebt. In der Regel natürlich in längsrichtung zur äußeren Stoffkante.

Wichtig ist, dass dieser Fadenlauf für alle Stoffteile der gleiche ist bzw. die auf den Schnitteilen aufgedruckte Fadenlaufrichtung exakt eingehalten wird. Auf keinen Fall dürfen Teile gedreht werden, damit sie besser auf den Stoff gehen und Stoff gespart werden kann. Warum nicht? Ganz einfach, sonst dehnt sich nachher das Oberteil in eine andere Richtung als der Rock - oder gar das hintere Rockteil quer zum vorderen. Das sieht nicht nur doof aus, sondern das ganze Kleid verzieht sich dann..


Ina Pattydoo hat ein tolles YouTube Video hierzu online gestellt

pattydoo tutorial #1 - Grundlagen: Stoff vorbereiten, Fadenlauf & rechte Stoffseite erkennen


Habt ihr den Stoff gewachen, gebügelt und den Fadenlauf gefunden geht es ans Auslegen und Ausrichten der Schnitteile.


Schaut euch als erstes die Anleitung gründlich an - Welche Teile brauche ich wie oft und wie soll ich sie auf den Stoff legen (normalerweise beinhaltet die Anleitung einen Auslegplan - wenn ihr euch daran haltet kann kaum etwas schiefgehen)


Alle Schnitteile werden auf die linke Seite des Stoffes gelegt - also auf die "falsche" Seite des Stoffes und mit Nadeln fixiert. Passt alles könnt ihr sie mit Schneiderkreide auf den Stoff übertragen.

Auf den jeweiligen Schnitteilen bzw. in der Anleitung steht wie oft ihr das jeweilige Schnitteil benötigt - häufig benötigt ihr ein und das selbe Schnitteil mehrmals - z.B. für Ärmel, dann müssen sie natürlich einmal gegengleich, d.h. spiegelbildlich nochmal aufgelegt und aufgemalt werden.

Viele Schnittmuster enthalten bereits Linien für die Nahtzugabe - unser Eva Dress auch. Ich persönlich arbeite nicht so gerne damit, sondern füge mir meine eigene Nahtzugabe zum original Rand hinzu. aus diesem Grund habe ich die Nahtzugabe direkt vom Schnitt abgeschnitten.

Wichtig ist, dass ihr nicht nur die Kanten, sondern auch alle Markierungen vom Schnitt auf den Stoff übertragt - hier zum Beispiel am Rücken die Faltenkanten.


Auch hierzu hat Ina Pattydoo ein tolles YouTube Video erstellt:

pattydoo tutorial #2: Schnitt abpausen, auflegen & Stoff zuschneiden


Liegt alles perfekt, könnt ihr ausschneiden - wenn ihr bei den Schnitteilen keine Nahrzugabe zugegeben habt - vergesst sie nicht beim Ausschneiden - ca. 2 cm pro Teil ringsrum).

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