Brettchenweben - Der Kurs

Vergangenes Wochenende war es nun endlich so weit - 3 Tage Einführungskurs in die Kunst und Technik des Brettchenwebens :-)

Der Dreitageskurs startete bereits am Freitag um 9 Uhr - *puh* 3 Tage von 9 bis 17 Uhr... aber es war jede Minute wert, auch wenn die Technik am Anfang extrem schwer, eher unverständlich und anstrengend ist (man muss sich permanent konzentrieren - ich wusste garnicht, dass auf 4 zählen soooo schwer sein kann :-D).

 

Tag 1: Die Grundlagen und erste Muster

Am ersten Tag lernten wir die Grundlagen des Brettchenwebens - wie funktioniert das überhaupt, und vor allem wir schäre (einrichten) ich eine Kette bzw. einen Webrahmen? Ohne dies funktioniert es natürlich nicht.

Begonnen haben wir mit einem einfachen Einzugsmuster, das wir jeweils nach ein paar cm Band verändern sollten :-) Scheint auf den ersten Blick eher unspektakulär, wurde aber trotzdem schön, auch wenn die ersten Versuche deutliche Fehler und Unsauberkeiten zeigen - wie gesagt man braucht viiiiiiel Übung :-)

Schritt 1:

Zunächst werden die Kettfäden abgemessen und durch die Brettchen gezogen. Dies erfolg in meinem Fall zwischen zwei Schraubzwingen. Ich webe bislang auf einem von meinem Papa gebauten Webbrett mit zwei Fixierpunkten zwischen denen die Webarbeit eingespannt wird. Es gibt auch die Möglichkeit auf einem Webrahmen zu arbeiten. In diesem Fall werden die Kettfäden und Brettchen direkt auf den Rahmen aufgezogen.

Die Brettchen stehen senkrecht in den Kettfäden. Natürlich sind die Farben nicht beliebig durch die Löcher gezogen, sondern exakt nach Muster :-)

Björn am eingezogenen Webrahmen

Schritt 2:

Ist die Kette in den Rahmen eingespannt kann das Weben losgehen.

Wie bereits gesagt werden entsprechend dem Muster die Brettchen nach vorne bzw. nach hinten gedreht, so dass immer eine entsprechend dem Muster andere Farbe oben zu sehen ist, und anschließend mit dem Schussfaden fixiert.

 

Und los geht das Weben bis die entsprechende Länge erreicht ist :-)

Schritt 3:

Beim Musterwechsel müssen die Brettchen entsprechend dem neuen Muster neu eingerichtet werden - Hier Wechsel von (mehr oder weniger sauberen) Linien zu Quadraten)

Tag 2 & 3: Die Ranke

Am zweiten und dritten Tag ging es dann an etwas schwerere Muster - wie gesagt Muster entstehen über das vorwärts bzw. rückwärtsdrehen der Brettchen. Dabei müssen nicht immer alle Brettchen in die gleiche Richtung gedreht werden - je nach Muster können / werden einzelne Brettchen anders gedreht als die Restlichen.

Wir haben uns für die Raute entschieden. Dabei werden die äußeren Brettchen (2 von links und in meinem Fall 3 von rechts) sowie die beiden grünen in der Mitte stets nach vorne gedreht, die restlichen Brettchen jeweils 4 mal nach vorne und 4 mal nach hinten. Gedreht wird in der Regel immer um 1/4.

Also, auf Los gehts los - Brettchen schären und einrichten und dann gehts los :-)

 

Allein das Schären hat bei mir ca 2 1/2 Stunden gedauert *puh* denn wie das Muster vermuten lässt ist es nun extem wichtig in welchem Loch welche Farbe ist und ob der Faden von vorne oder von hinten durch das jeweilige Loch geführt wird.

 

Zunächst ging es auch ganz gut, doch sobald die Konzentration nachlässt kommen die Fehler - Leider.

Da ich ein schönes Band haben wollte habe ich die Mühe gemacht und alle Fehlerstellen wieder aufgetrennt - ist zwar eine seeeeeehr mühselige Arbeit, es lohnt sich aber total.

 

Gewebt ist es aus mercerisierter Baumwolle - klassisches Häkelgarn in Lila, Gelb und Hellblau.

Das Band habe ich am Sonntag weitergewebt und am Abend (nach dem Kurs) endlich fertiggestellt - 80 cm an zwei Tagen. Mit der Übung geht es sicherlich schneller, aber es ist und bleibt ein langsames Hobbie - richtig entspannend (bislang, mal sehen, ob das bei schwereren Motiven auch noch so ist :-))

Yvonnes Ranke in anderer Farbkombi - Braun, Weiß und Orange

Im Kurs waren auch zwei Teilnehmer, die schon seit einem Jahr weben und nun neue Techniken ausprobieren wollten - links: eine Ägyptische Diagonale in Variationen von Denise in grün und blau - rechts: Double Face in rot und gelb von Björn. Beim Double Face wird in zwei Farben gewebt und die Ober- und Unterseite des Brettchens sehen gleich aus (nur eben in invertierten Farben).

Jaqueline, unsere jüngste Mitweberin webte auch in Double Face - und zwar Buchstaben :-)

 

Sie sind wirklich sehr schön geworden und wie es aussieht macht es ihr großen Spaß :-)

Unsere Übungsbänder von uns drei Anfängerinnen (Yvonne, Moni und mir)

Der Kurs hat wirklich großen Spaß gemacht! Ich kann ihn nur empfehlen für alle, die Interesse am Weben haben!

 

Vielen lieben Dank an unsere Kursleiterin Dorothea Kübler vom Haus der Handweberei Sindelfingen :-)

Kommentar schreiben

Kommentare: 0