Brettchenweben - Eine alte Technik neu entdeckt

Ich hab schon wirklich viele verschiedene Techniken im Basteln und Handarbeiten ausprobiert und bin stets irgendwie immer bei Textilien gelandet. Durch Zufall habe ich nun etwas Neues entdeckt - na ja eigentlich eine sehr sehr sehr alte Technik - Brettchenweben.

Mit Brettchenweben können sicherlich nur wenige etwas anfangen - eingefleischte Weber oder Mittelalterfans sicherlich, aber bei uns Normalos entstehen sicherlich eher Fragezeichen als Wissen im Kopf :-). Es handelt sich um eine sehr sehr sehr alte Technik der Weberei von Bändern und Borten.

Hier mal ein Beispiel aus den Tiefen des Internets

Was ist Brettchenweben? (nur ganz kurz)

Brettchenweben ist wie bereits erwähnt eine sehr sehr sehr alte Webtechnik. Bekannt war es wohl schon in der Eisenzeit in Europa, Afrika und Asien, sicher jedoch bereits bei den Kelten. Diese Technik ging auch, anders als viele andere (Hand-)Arbeitstechniken über die Jahrhunderte und Jahrtausende nicht verloren, sondern blieb bestehen und erhielt neue Muster. Die Grundtechnik blieb aber jedoch im Grunde über all die Zeit gleich erhalten.

Frühmittelalterliches Webrettchen (Wikipedia --> Brettchenweben)

 

Claudia Deutscher (Flinkhand) hat einen kurzen Abriss der Geschichte des Brettchenwebens auf ihrer Seite veröffentlicht - sehr zu empfehlen.

Hier finden sich auch verschiedene Muster und Techniken im Überblick :-)

 

www.flinkhand.de

Anders als beim Weben, das normalerweise aus Kindergarten und Grundschule bekannt ist, entsteht das Muster nicht durch einlegen eines Schussfadens in eine mehr oder weniger große Anzahl von Kettfäden (oben drüber oder unten durch), sondern durch verdrehen unterschiedlich farbiger Kettfäden, welche in Brettchen eingezogen worden sind.

links: klassisches Weben in der Schule (Danke Klasse 1b der GS Haddorf für das Bild)

rechts: Brettchenweben mit dem Bauchgurt (Beispiel aus dem Museumsdorf Haithabu)

Beim Brettchenweben wird also zunächst das "Muster" bzw. die Musterfarben in die entsprechenden Löcher im Brettchen eingezogen - jedes Brettchen hat 4 Löcher (für verschiedene Muster sind auch nur 2 oder mehr als 4 Löcher von Nöten) und somit 4 Fäden (oder die Anzhal im Muster) - die Anzahl der Brettchen ergibt die Breite des Bandes am Ende. Je nachdem ob die Brettchen nun nach vorne oder nach hinten (vom Weber weg oder zu ihm hin) gedreht werden, ergibt sich das Muster, das durch den Schussfaden fixiert wird und somit sichtbar wird.

 

Die fertigen Bänder sind extrem stabil und reißfest und können somit nicht nur als Zierborden sondern z.B. auch als Hundeleine oder Tragegurt genutzt werden.

Brettchengewebte Hundeleine von BrettchenFilz (Dawanda.com)

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